Leben in Ruanda

Ruanda ist das am dichtesten besiedelte Land Afrikas. Auf einer Fläche kleiner als Brandenburg leben mehr als zehn Millionen Menschen. Im Jahr 1994 fand hier einer der blutigsten Völkermorde des 20. Jahrhunderts statt - eine Million Kinder, Frauen und Männer wurden in nur 100 Tagen getötet. Die Folgen des grausamen Genozids sind bis heute allgegenwärtig in dem kleinen zentralafrikanischen Staat. Zwar herrscht nun Frieden und die Verhältnisse sind einigermaßen stabil, doch die Probleme sind unübersehbar.

Land der Witwen und Waisen

Seit dem grausamen Völkermord 1994 hat Ruanda starke wirtschaftliche Fortschritte zu verzeichnen. Dennoch liegt die Lebenser-wartung bei nur 58 Jahren. Viele Familien leben unterhalb der Armutsgrenze.

 

Begründet liegt dies in der hohen Bevölkerungsanzahl. Weil es nur wenig Industrie und keine anderen nennenswerten Ressourcen gibt, fehlen Arbeitsplätze. Zwar leben die meisten Menschen nach wie vor von der Landwirtschaft, aber die Landknappheit ist groß und die Erträge reichen zur Versorgung nicht aus. Die Nahrungsmittelproduktion deckt nur 80 Prozent des Bedarfes, so dass es regional und saisonal immer wieder zu Hungersnöten kommt. In manchen Gebieten herrscht chronische Unterernährung.

Besonders betroffen davon sind die durch den Genozid verarmten Frauen. Traumatisiert und häufig infiziert mit Infektionskrankheiten, vor allem mit HIV und AIDS, leben sie außerhalb der Städte im Elend.  Viele Frauen sind durch Vergewaltigungen infiziert worden. Sie mussten diese während des Genozid erleiden. Gewaltverbrechen und Misshandlungen waren Teil der Strategie der Kämpfer. Sie zielten bewusst darauf, die Körper und Seelen der Frauen zu zerstören.

Projektarbeit

Gemeinsam mit der ruandischen Organisation „Solace Ministries“ hilft ora Kinderhilfe Kindern und Familien in sieben Regionen. Unter anderem in Runda, Kabuga, Nyagasambu und Bicumbi sind wir tätig.

In den Communities haben sich aus den Witwen und Waisen oft neue Familien gebildet. Ihnen helfen wir auf unterschiedliche Weise. Es gibt ein Landwirtschaftsprojekt, der besonders die Frauen darin unterstützt, ihren Lebensunterhalt selbst zu erwirtschaften. Darüber hinaus helfen wir mit Tieren das Auskommen zu sichern. Besonders trächtige Kühe, Ziegen und Hühner helfen den Frauen. Sie geben Milch, Fell, Eier und Fleisch. Die Frauen nutzen die Erzeugnisse für sich und ihre Kinder und verkaufen einen Teil auch an Nachbarn und Bekannte. So entwickelt sich nach und nach ein kleiner wirtschaftlicher Kreislauf.

Viele Frauen und Kinder erhalten zudem psychologische Hilfe, um die traumatischen Erfahrungen des Völkermordes zu verarbeiten. Den Kindern wird der Schulbesuch ermöglicht und alle werden krankenversichert.

Patenschafts­programm

Seit 12 Jahren engagieren wir uns in Ruanda. Derzeit sind 483 ora-Patenkinder in unserem Programm. Ihnen allen wird der Schulbesuch ermöglicht. Sie erhalten Kleidung, Schuhe, Schulmaterialen und bei Bedarf auch Medikamente.

Wir würden gerne noch viel mehr helfen.
Helfen Sie uns dabei. Machen Sie mit.
Bekämpfen Sie gemeinsam mit engagierten Partnern die Armut in Ruanda.

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