Leben in Moldawien

Die Republik Moldau ist eines der ärmsten Länder Europas. Es ist sehr schwer, sich in Moldawien eine Lebensperspektive aufzubauen. Fast ein Drittel der Moldauerinnen und Moldauer leben im europäischen Ausland. In ihrer Heimat finden sie keine Arbeit, mit der sie den Lebensunterhalt für ihre Familie verdienen können. Viele Kinder wachsen elternlos auf.

Die Not der Bevölkerung

Moldawien hat seit längerer Zeit ein gravierendes Problem. Neben Bulgarien ist es das Land auf der Welt, welches am schnellsten schrumpft. Während die Bevölkerung auf der Welt durchschnittlich um 1,5% wächst, hat Moldawien von 2004 bis 2014 rund 500.000 Einwohner verloren. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Übrig bleiben die Kinder und die Alten. Schätzungen belaufen sich auf 200.000 Kinder, die elternlos in Heimen oder auf der Straße leben müssen. Die älteren Menschen haben niemanden, der sich um sie kümmert. Krank und pflegebedürftig fristen sie oft ein einsames Dasein.

Projektarbeit

Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt in dem Errichten von Kindertagesstätten. Momentan betreiben wir fünf Kindertageszentren. Vier nördlich der Hauptstadt Chisinau, in Zberaioa, in Ivancea, in Chiperceni (das sog. „Walkerhaus“), in Valcinet (das sog. "Estherhaus”) und eines südlich der Hauptstadt in Chircaiesti. Dort bekommen die Kinder nach der Schule warmes Essen, Hausaufgabenbetreuung und können an verschiedenen kreativen oder sportlichen Aktivitäten teilnehmen. Einmal im Jahr wird für die Kinder ein Sommercamp organisiert.

Außerdem betreiben wir ein Sozialzentrum für ältere Menschen. Dort wird bedürftigen alten Menschen mit Lebensmitteln, medizinischer Pflege aber auch winterfester Kleidung und menschlicher Zuwendung geholfen.

 

Regelmäßig senden wir auch Sachspenden nach Moldawien. Fünf bis sechs Mal im Jahr kommt unser LKW und bringt 18 Tonnen Lebensmittel, Kleidung, Hygieneartikel, Medikamente, Schulmaterial und Säuglingsnahrung. Diese werden gerecht unter den Empfängern aufgeteilt und helfen ihnen, das tägliche Überleben zu sichern.

Seit 2012 betreiben wir in Moldawien auch ein Landwirtschaftsprojekt. Es gibt den Eltern eine Perspektive und sorgt dafür, dass sie zum ersten Mal im Leben regelmäßig etwas Geld verdienen.

In Chircaiesti werden auf 333 Hektar gutem Schwarzboden Weizen, Gerste, Mais und Sonnenblumen angebaut. Die Ernte wird verkauft, die Erlöse fließen als Löhne zu den Familien, in neues Saatgut und in die Kindertagesstätten und Kinderheime, von ora Kinderhilfe.

 

Patenschafts­programm

Viele Eltern sind so verzweifelt, dass sie nur noch eine Lösung sehen. Auf der Suche nach Arbeit lassen sie ihre Kinder schweren Herzens allein zurück, sich selbst überlassen. Im besten Fall bleiben die Kinder bei den Großeltern. Es sind hauptsächlich diese Kinder, die in unseren Kindertagesstätten menschliche Wärme bekommen. Derzeit sind über 160 Kinder in unserem Patenschaftsprogramm.

Wir würden gerne noch viel mehr helfen.
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