Leben in Haiti

Haiti ist das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Mehr als die Hälfte der Einwohner kämpft mit extremer Armut. Insgesamt leben 80 Prozent der Haitianer unterhalb der Armutsgrenze. Zwei Drittel der Menschen leben von landwirtschaftlichen Erzeugnissen, die sie in kleinem Rahmen für den Eigenbedarf anbauen.

Die Not der Bevölkerung

Dennoch tritt vor allem in den ländlichen Gebieten ein gravierendes Maß an Unterernährung und Mangelerscheinungen auf. Das liegt unter anderem daran, dass von Juni bis Oktober der Karibikstaat immer wieder von schweren Unwettern und Wirbelstürmen heimgesucht wird. Als Folge davon müssen drei Viertel des Bedarfes an Reis aus den USA importiert werden. Häufig auftretende Krankheiten wie Typhus, Malaria, Cholera und das Dengue-Fieber bedrohen vor allem Kinder. Eine weitere Folge der Armut: Nur knapp die Hälfte der Haitianer können (nach Angaben von UNICEF) lesen und schreiben. Die Familien sind zu arm, um ihre Kinder in die Schule zu schicken. Sie können sich das Schulmaterial nicht leisten, oder die Kinder müssen ihrer Familie bei der Arbeit helfen.

Langfristige Folgen des Erdbebens von 2010

Im Januar 2010 verwüstete ein verheerendes Erdbeben die Region um die Hauptstadt Port-au-Prince. Schätzungen zufolge forderte die Katastrophe etwa 230.000 Todesopfer, zerstörte 250.000 Häuser und machte bis zu zwei Millionen Menschen obdachlos. Die haitianische Regierung schätzt, dass der Wiederaufbau etwa zehn Jahre dauern wird. Hinzu kam der Hurrikan „Sandy“ im Jahr 2012. Das Land kommt nicht zu Ruhe.

So arbeitet ora auf Haiti

Die ora Kinderhilfe ist schon seit 1998 in Haiti tätig und unterstützt regelmäßig drei Waisenhäuser in Port­au­Prince, Carrefour und Jacmel. Nach dem Erdbeben von 2010 haben wir Nothilfe geleistet. Seit dem Herbst 2010 ist die Nothilfe in die Wiederaufbau- und Entwicklungshilfe übergegangen. Wir arbeiten in dem Bergdorf Lougou, abgelegen im Westen des Landes, zirka 25 Kilometer nördlich von Les Cayes. Hilfe erreicht diese Region nur spärlich oder überhaupt nicht.

Patenschaftsprogramm

Zusammen mit unserer Partnerorganisation COFHED (Christlicher Einsatz für Gesundheit, Bildung und Entwicklung) betreiben wir in Lougou eine Schule. Das ora-Patenschaftsprogramm sichert die Schulbildung wie auch die medizinische Versorgung und die gesunde Ernährung der meist völlig verarmten Kinder. Dabei hat ora seine Hilfe nach dem Prinzip des „Child Focused Community Development“ ausgerichtet. Das heißt, dass die Kinder im Mittelpunkt stehen, doch auch ihre Familien und die gesamte Dorfgemeinschaft gefördert und berücksichtigt werden. Derzeit haben wir ca. 135 Kinder in unserem Programm.

Kindertagesstätte und Klinik

Zusätzlich haben wir eine Kindertagesstätte aufgebaut, um die Kinder nach der Schule zu betreuen und zu fördern. Um die medizinische Versorgung in dem entlegenen Bergdorf Lougou und seiner Umgebung sicher zu stellen haben wir den Bau einer kleinen Klinik finanziert und zahlen das Gehalt für eine Krankenschwester.

Wir würden gerne noch viel mehr helfen.
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Bekämpfen Sie gemeinsam mit engagierten Partnern die Armut in Haiti.

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