Leben in Äthiopien

Äthiopien ist der bevölkerungsreichste Binnenstaat der Welt. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten etwa 11 Millionen Menschen in Äthiopien. Heute sind es ca. 102 Millionen! Das hohe Bevölkerungswachstum beeinflusst das wirtschaftliche Wachstum in negativer Weise: Das Land gehört zu den schwächsten der Welt.

Die Not der Bevölkerung

Die meisten Menschen in Äthiopien leben wie im Mittelalter. Ohne Strom und ohne fließend Wasser wohnen sie in ärmlichen Hütten. Der Ochse ist der Traktor, der Esel ist der PKW. Die meisten Familien auf dem Land leben in Subsistenzwirtschaft, das heißt, sie leben von dem, was auf ihren Feldern wächst. Auf Grund der zunehmenden Trockenheit hungern inzwischen mehr als 10 Millionen Menschen.

 

Hinzu kommt die mangelhafte Infrastruktur im Land. Es gibt zu wenig Schulen und zu wenig Krankenhäuser - besonders auf dem Land. Nur jeder dritte Äthiopier kann lesen und schreiben. Über 60 Prozent der Kinder sterben vor ihrem 5. Geburtstag, sie erliegen dem Hunger und/ oder Infektionen.

Projektarbeit

In Äthiopien leisten wir seit 2017 Nothilfe. In der Region um Adama/ Nazareth haben die Bauern seit über drei Jahren keine erfolgreiche Ernte mehr gehabt. Die Böden sind staubtrocken. Dies liegt hauptsächlich an der dortigen Bodenerosion. Weil auf den umliegenden Bergen fast aller Wald gerodet wurde, gibt es nicht mehr genügend Bäume, deren Wurzeln den Boden festhalten könnten. Wenn es regnet, werden sogar noch Steine und Geröll aus den Bergen auf die Felder gespült. Das kühle Nass perlt an den Äckern ab wie an einer Regenjacke. Der Boden kann das Wasser nicht mehr aufnehmen, die fruchtbare oberste Schicht wird abgetragen und übrig bleibt Sand. Wir helfen in zwei Dörfern:

Chelle

In Chelle haben wir 10.000 Kilogramm Mais und Teff (Zwerghirse) verteilt. Etwa 1.000 Familien, also ca. 5000 Personen, konnten so in 2017 vor dem Hungertod bewahrt werden. Auch mit Wolldecken und Ziegen haben wir den Menschen geholfen. Die Kinder müssen nachts auf dem harten Boden, der ihnen als Schlafunterlage dient, nicht mehr frieren und die Ziegen geben Milch und Fleisch.

Hadha

In dem Bergdorf Hadha haben wir ebenfalls mit Getreide geholfen. Wichtiger dort waren den Menschen allerdings die Schulstartpakete für ihre Kinder. Als Start zum Aufbau einer Schule haben wir den Kindern Schulstartpakete gegeben. Etwa 600 Kinder leben in Hadha - nicht eines geht zur Schule. Es gibt bisher keine. Das ändern wir: Derzeit bauen wir eine Grundschule. Sie soll im nächsten Jahr fertig werden.

Wir würden gerne noch viel mehr helfen. Bitte unterstützen Sie uns dabei!

©  2018 by ora Kinderhilfe international e. V.