Erste Tage in Kathmandu

Hanna und Andrej sind am vergangenen Montag nach einem über zehnstündigen Flug sicher in Kathmandu gelandet. Nachdem sie sich von dem langen Flug erholt haben und sich etwas in ihrer Umgebung orientiert haben, geht es direkt in die Dörfer.

 

Bereits vor dem Flug haben Andrej und Matthias Floreck Werkzeuge gekauft, die den Bau der Häuser erleichtern und den Bewohnern der Dörfer zur Verfügung gestellt werden.

Finanziert werden die Häuser von der ora Kinderhilfe international e.V..

 

Die Häuser sind so konstruiert, dass sie weiteren Erdbeben standhalten und den Menschen ein sicheres, neues Zuhause bieten.

 

In den nächsten Tagen werden wir hier von den Erlebnissen und Erfahrungen von Hanna und Andrej berichten.

Neues von unseren ora-Helfern Hanna und Andrej aus Nepal:

Erste Eindrücke, die ehrlich gesagt ziemlich schwer in Worte zu fassen sind.

 

Die Zerstörung nach dem Erdbeben in Nepal ist nur schwer in Bildern festzuhalten. Man sieht sie als Fremder auch nicht immer auf den ersten Blick. Zunächst erkennt man hauptsächlich Lücken im Straßenbild der Hauptstadt Kathmandu. Immer wieder sind da einfach nur freie Plätze zwischen den anderen Häusern und ein paar Schutthaufen. Der Schutt ist zum größten Teil schon weggeräumt und sortiert, sodass Haufen von roten Ziegeln feinsäuberlich gestapelt immer wieder zu sehen sind. Wenn man dann genauer hinsieht erkennt man zahlreiche Risse in den noch stehenden Hauswänden. Und meist sieht die Fassade von außen noch wesentlicher besser aus, als von innen. Ein sehr großer Teil, der vor allem mehrstöckigen und großen Gebäuden ist einsturzgefährdet und nicht mehr bewohnbar. Sie werden jetzt Stein für Stein abgebaut. Was häufig aussieht wie ein Neubau eines großen Gebäudes, ist auf den zweiten Blick ein Abriss von diesem. Beim noch genaueren Hinsehen erkennt man auf den nun freien Plätzen und hinter Ziegelhaufen kleine „Verschläge“, welche aus Wellblech, Pappe, Zeltplane, Stoffen, Teppichen oder auch einfach nur Tüten behelfsweise zusammengebastelt sind. Und wenn man sich dann noch die Zeit nimmt, um die Verschläge zu beobachten, dann bemerkt man Leben in den „Verschlägen“ – denn das sind die aktuellen Behausungen der von der Naturkatastrophe getroffenen Einwohner.

 

Am ersten Tag bekamen wir eine kleine Sightseeing-Tour von Raju, einem der Pastoren der Vineyard Kathmandu. Er führte uns unter anderem zum Dubar Square, der alte Palastplatz mit dem Hanuman Dhoka Palace und manch anderen Tempeln. Diese alten Gebäude sind jedoch nur noch schwer aus Reportagen über Nepal wiederzuerkennen, da von den Türmen und Spitzen der einst 7-8-stöckigen Tempel manchmal nur noch der Sockel und das Fundament steht. Der Dubar Square gleicht momentan eher einer riesigen Baustelle mit Sperrzonen, Baugerüsten und jeder Menge Schutthafen.

 

Voller Eindrücke sind wir gespannt, was in den nächsten Tagen uns hier erwartet.

6 Personen auf 9qm

Der zweite Tag von Hanna und Andrej im Nepal:

 

Am 2. Tag ging es heute nun mit dem Auto ca. 30-40 min. raus aus der Hauptstadt in ein nahes gelegenes Dorf, um hier beim Bau eines Hauses mitzuhelfen. Ziel war es das Skelett des Hauses aus Stahl inklusive dem Wellblechdach zu errichten. Dieses Haus zählte zu einem der größeren Variante, da dieses sowohl als Wohnhaus, als auch als Hausgemeinde dienen wird. Die Unterstützung der Vineyard Kathmandu ist hierbei eine Hilfe zur Selbsthilfe. So mussten die Bewohner bereits das Fundament selbstständig errichtet haben. Dann kommt die Hilfe von der Vineyard ins Spiel, die das Grundgerüst finanzieren und beim Aufbau helfen. Da diese Familie noch sehr viele gut-erhaltene rote Ziegelsteine besaß, die aus dem Schutt des alten Hauses gerettet werden konnten, werden die Hauswände nun von der Familie traditionell gemauert. Die Familie lebt aktuell mit ca. 6 Personen auf 9qm, welche provisorisch aus Bambus, Wellblech und Holz eine Hütte ergeben.

Andrej und ich durften heute dabei sein und mitanpacken. Andrej half vorwiegend beim Errichten der Stahlkonstruktion und ich (Hanna) beim Waschen, Sortieren und Anreichen der noch nutzbaren Ziegel. Es war eine riesige Freude am Ende der Arbeit die Hoffnung in den Gesichtern der Familie zu sehen, bald wieder ein richtiges Haus zum Leben zu haben.

 

Aber auch die geistliche und emotionale Unterstützung ist von großer Bedeutung und Notwendigkeit. So habe ich zusammen mit Noel Issac, dem hauptverantwortlichen Pastor der Vineyard Kathmandu so eine Art „Sprechstunde“ in der kleinen Hütte abgehalten. Wir erfragten unter anderem hierbei auch aktuelle gesundheitliche Probleme, sodass wir ihnen mit medizinischer Basisversorgung, aber auch mit Gebet weiterhelfen konnten. Hierbei schockte mich vor allem das Leid eines noch sehr jungen Mannes aus dem Dorf, welcher aktuell an einem dialysepflichtigem Nierenversagen leidet. In Nepal unterstützt die Regierung jedoch nur soweit, dass die Dialyse ausschließlich für ein Jahr bezahlt wird. Anschließend sind die Kosten von 3000 US-Dollar pro Monat für die Dialyse selbstständig zu tragen. Das ist natürlich angesichts der wirtschaftlichen Lage und der Erkrankung für diesen jungen Mann unmöglich zu leisten. Was das bedeutet? Ohne Dialyse wird dieser Mann am Nierenversagen sterben. In dieser Situation bleibt ausschließlich die Hoffnung auf ein göttliches Eingreifen. Als Ärztin mit gewohntem deutschem Standard junge Menschen solch einer Hilfslosigkeit ausgesetzt zu sehen, ist kaum zu ertragen.

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